Wenn ich nicht hinsehe.

Leuchtturmaugenweit wirfst du
deine Gedanken wie kleine
Steinchen in das Wasser.

Fast kannst du sie
tausend Wellen
schlagen hören.

Unermüdet gräbst du in feuchter Erde,
um zu verstecken,
was man nicht sehen darf.

Behutsam legst du es
in das tiefe Loch,
ausgehöhlt mit Fingernägeln

Um zu vertuschen
bedeckst du den Boden wieder
mit modrigem Gras.

Es ist nichts mehr zu sehen,
nichts mehr zu erahnen,
ein Lächeln entblößt deine Taten.

Zufrieden legst du dich auf den Rücken
und kaum bemerkt
fängst du schon an zu vergessen.

Blasse Fingerspitzen
durchtrennen Wolkenfetzen,
Wind an deinen Knöcheln.

Wenn die Realität sich dir entziehen wird,
kann es dann trotzdem noch
von Bedeutung sein?

Advertisements

5 Gedanken zu „Wenn ich nicht hinsehe.

  1. Pingback: Lesestoff • Ausgabe #4/2016 - Neon|Wilderness

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s